Mapping out every detailUns ist bewusst, dass die Umsetzung des Unionszollkodex (UZK) fortwährende Änderungen mit sich bringt. Dies wird noch bis mindestens Ende 2020 und wahrscheinlich auch über diesen Termin hinaus so sein. Welche Herausforderungen und Chancen bedeutet das für unser Tagesgeschäft?

Die Zukunft der Zollabwicklung ist im Wandel begriffen. Auch wenn bisher noch nicht alles klar ist, so herrscht doch schon genügend Klarheit, um die Unternehmen auf das vorzubereiten, was kommen wird.

Neue zollrechtliche Vereinfachungen – neue Möglichkeiten?
Der UZK bringt neue zollrechtliche Vereinfachungen wie beispielsweise eine zentrale Zollabfertigung und eine Eigenkontrolle mit sich. Geplant ist, dass diese gegen Ende des Umsetzungsprozesses (2019-2020) in Kraft treten werden, doch kann es bereits jetzt interessant sein, eine erste Bewertung der Möglichkeiten vorzunehmen, die sich daraus ergeben.

Notwendigkeit einer verbesserten Zollabwicklungskompetenz
Die Zollabwicklungskompetenz ist jetzt ein Kriterium, das erfüllt werden muss, um die Anerkennung als Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter (Authorised Economic Operator, AEO) zu erhalten. Darüber hinaus ist die Zollabwicklungskompetenz auch wichtig, um die richtigen Entscheidungen bezüglich der anzuwendenden Zollverfahren und der Frage, wie die Einhaltung der Vorschriften gewährleistet werden kann und welche Änderungen notwendig sind, wenn neue elektronische Systeme implementiert werden, zu treffen.

Stetige Veränderungen bei den Datenanforderungen
Die Arbeit in einer stetigen Veränderungen unterworfenen elektronischen Umgebung verlangt von uns, fortwährend über anstehende Änderungen auf dem Laufenden zu bleiben und auf diese vorbereitet zu sein. Dabei ist es sehr wichtig, Änderungen zu überwachen, die sich auf die in den Zollerklärungen enthaltenen Datensätze auswirken.

Änderungen bezüglich der Genehmigungspflicht
Mehr Genehmigungen erfordern eine finanzielle Garantie, um angefallene oder mögliche Zollschulden zu decken. Dies hat finanzielle Folgen für die meisten Inhaber von Zollgenehmigungen. Einige der weitestgehenden Vereinfachungen, beispielsweise die zentrale Zollabfertigung und die Eigenkontrolle, verlangen, dass das beantragende Unternehmen ein AEO-Zertifikat für zollrechtliche Vereinfachungen besitzt. Die Anforderungen anderer Zollgenehmigungen werden den AEO-Kriterien weiter angeglichen.

Verbindliche Überwachung der Inanspruchnahme von Garantien
Aufgrund der neuen Garantieregelung müssen für unterschiedliche Arten von Genehmigungen wie Zahlungsaufschub und Zolllagerverfahren mehr Garantien ausgegeben werden. Das neue Garantiemanagementsystem (GUM) bietet Zollbehörden bessere Möglichkeiten, die Abdeckung im Verhältnis zu dem von den Genehmigungen abgedeckten Warenwert in Echtzeit zu überwachen. Um die Zollprozesse nicht zu verzögern, muss die Verwendung von Garantien überwacht werden. Geschieht dies nicht, besteht die Gefahr, dass ankommende Waren an der Landesgrenze, am Flughafen oder im Hafenterminal aufgrund übermäßiger Garantien nicht freigegeben werden und es dadurch zu Lieferverzögerungen kommt.

Neue Zollmöglichkeiten könnten zu häufigeren Kontrollen führen
Durch den Einsatz der neuen elektronischen Systeme wird die Bewertung von Risiken im Warenfluss durch die Zollbehörden erleichtert. Die Zollbehörden können Fehler in Zollerklärungen dank integrierter Validierungsfunktionen leichter aufdecken.

Sechs Aktionspunkte zum richtigen Umgang mit den Änderungen

  1. Sehen Sie sich die neuen zollrechtlichen Vereinfachungen an und bewerten Sie die neuen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.
  2. Überprüfen Sie, wo in Ihrem Unternehmen die Zollabwicklungskompetenz liegt, und stellen Sie sicher, dass Sie über das notwendige Wissen verfügen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wenn Sie ein AEO sind, sollten Sie unbedingt nachweisen können, dass Sie die Kompetenzkriterien erfüllen.
  3. Sehen Sie sich den kommenden Datensatz für die von Ihnen angewendeten Zollverfahren an und stellen Sie sicher, dass Sie die Daten für die künftigen Anforderungen vorliegen haben.
  4. Überprüfen Sie, welche Genehmigungen Sie für Ihre Geschäftsprozesse benötigen, und sorgen Sie dafür, dass diese den neuen Anforderungen entsprechen.
  5. Berechnen Sie, welche Garantie Sie als Sicherheit für den Zoll für die bezeichneten Genehmigungen benötigen.
  6. Prüfen Sie die Qualität Ihrer Zollerklärungen, um festzustellen, ob Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität ergriffen werden müssen.

Sollten Sie Fragen haben oder weitere Informationen benötigen, können Sie sich jederzeit gerne mit uns in Verbindung setzen.

Catharina Olofsson, Consulting Director
catharina.olofsson@kghcustoms.com

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