Aus Erfahrung wissen wir bei KGH, dass viele Unternehmen die Einzelheiten ihrer angewandten Lieferbedingungen sowie die damit verbundenen Konsequenzen für ihre Organisation nicht genau kennen oder beachten. Für viele Unternehmen stellen sich die Lieferbedingungen als dreistelliger Code dar, gefolgt vom Ort, der Adresse usw. Wenn Ihnen die Incoterms®-Klauseln nicht geläufig sind, könnten sich für Sie in bestimmten Situationen eine unerwünschte Haftung bzw. unerwünschte Kosten ergeben. Hier finden Sie einige Tipps zu wichtigen Punkten, die bei der Verhandlung der Lieferbedingungen beachtet werden sollten.  

 

Was sind Lieferbedingungen?

Incoterms® oder „International Commercial Terms“ (Internationale Handelsklauseln) sind eine Reihe internationaler Klauseln, die die Lieferbedingungen zwischen Käufern und Verkäufern von Waren regeln, d. h. welche der beiden Parteien die Kosten und Haftung (Risiken) für den Warentransport übernimmt.

Incoterms® werden von der ICC (International Chamber of Commerce; Internationale Handelskammer) aufgestellt sowie verwaltet und alle zehn Jahre angepasst. Zuletzt wurden die Regeln 2010 aktualisiert. Die nächste Aktualisierung erfolgt 2020.

Die Käufer und Verkäufer bestimmen/vereinbaren, welche Lieferbedingungen Anwendung finden. Der Spediteur ist in diesem Zusammenhang keine Partei und wird nur im Auftrag entweder des Käufers oder des Verkäufers tätig.

Kennen Sie die Kosten und Risiken, die mit den von Ihnen verwendeten Lieferbedingungen verbunden sind?

Wenn man sich die unter Incoterms® 2010 angegebenen Lieferbedingungen auf einer Skala ansieht, bei der die Codes EXW (ab Werk) und DDP (geliefert verzollt) die beiden Extreme darstellen, erhält man einen guten Überblick über die Kosten und Haftung seitens der Käufer und Verkäufer, die mit jedem einzelnen Incoterm verbunden sind.
Eine Übersicht über die im Rahmen von Incoterms® 2010 verfügbaren Lieferbedingungen finden Sie am Ende dieses Artikels.

Eine Übersicht ist zwar hilfreich, genügt aber nicht. Vielmehr müssen Sie auch die individuellen Kosten und Haftungsformen kennen und wissen, was sie in der Praxis bedeuten. Bei Einkäufen, die beispielsweise unter dem Incoterm EXW getätigt werden, sollten Sie die gültigen Zoll- und Ausfuhrregeln des Landes, in dem Sie die Waren gekauft haben, genau kennen. Wenn für die Waren eine Ausfuhrlizenz benötigt wird, obliegt es der Verantwortung des Käufers dafür zu sorgen, dass die Waren unter Einhaltung der im fraglichen Land geltenden Richtlinien zur Ausfuhr angemeldet werden und dass der Käufer auch alle damit verbundenen Kosten trägt.

Wenn Sie beispielsweise die Incoterms CPT (frachtfrei) oder CIP (frachtfrei, versichert) verwenden, trägt der Verkäufer die Kosten für den Transport zu dem zwischen den Parteien vereinbarten Bestimmungsort. Als Käufer ist es jedoch wichtig zu wissen, dass das Risiko bei Waren, die unter Anwendung dieser Incoterms auf dem Transportweg beschädigt werden, vom Käufer getragen wird.

Wenn Sie unter dem Incoterm DDP verkaufen, sollten Sie die im Land des Käufers geltenden Einfuhrbestimmungen genau kennen. Die Verwendung von DDP als Serviceangebot bei Verhandlungen mit dem Käufer kann einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Mitbewerbern einbringen, die vielleicht nicht bereit sind, die Kosten und Haftung zu übernehmen, die ein Verkäufer im Rahmen dieses Incoterms trägt. Als Verkäufer sollten Sie jedoch sicher sein, dass Sie tatsächlich in der Lage sind, den Artikel an den zwischen den Parteien vereinbarten Bestimmungsort zu liefern.

Ermitteln der optimalen Lieferbedingungen

Wenn Sie die verschiedenen zur Verfügung stehenden Lieferbedingungen durchgehen, können Sie, abhängig von der Vertragspartei, die Sie vertreten, bei jeder Variante Vor- und Nachteile feststellen. Es gibt also keine allgemeingültige „Formel“ für die besten oder schlechtesten Lieferbedingungen. Vielmehr hängt es davon ab, was für den jeweiligen Käufer und Verkäufer wichtig ist.

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum sich Unternehmen bewusst dafür entscheiden, im Rahmen der Lieferbedingungen unter dem Incoterm EXW zu kaufen oder zu verkaufen. Viele Unternehmen sehen den Incoterm FCA (frei Frachtführer) als optimale Lieferbedingungen an. Zudem beziehen sich einige spezifische Incoterms nur auf den Transport auf dem Seeweg.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Importeure und Exporteure genau verstehen, was der ausgewählte Incoterm mit sich bringt, dass sie ihre Haftung genau kennen und auch sicher sind, dass sie mit allen sich möglicherweise ergebenden Konsequenzen umgehen können. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass viele Unternehmen die jahrelang von ihnen angewandten Lieferbedingungen ändern, nachdem sie diese analysiert haben, da ihnen bis dato nicht bewusst gewesen ist, welche Kosten bzw. Haftungs-/Risikoarten damit verbunden waren.

Bei der Durchführung einer solchen Analyse muss unbedingt festgestellt werden, welche Faktoren das Unternehmen in seine Bewertung aufnehmen muss. Aufgrund besonderer Anforderungen oder Situationen kann es für ein Unternehmen wichtig sein, bestimmte Bereiche während des Transports oder im Zusammenhang mit dem Serviceangebot usw.
kontrollieren zu können. Dabei sollten auch Szenarien berücksichtigt werden, die während des Transports auftreten können, und was das für das Unternehmen tatsächlich bedeutet. Faktoren, die die Wahl der Lieferbedingungen beeinflussen können, sind beispielsweise Warenart, Transportmittel, Beziehung zwischen Käufer und Verkäufer usw.

Wichtige Fragen, die auf der Suche nach den richtigen Lieferbedingungen gestellt werden sollten

Es gibt einige wichtige Fragen, die Sie auf der Suche nach den richtigen Lieferbedingungen stellen sollten. Dazu gehören beispielsweise die folgenden:

– Welche Kosten und Haftung können wir beim Transport tragen oder sind wir bereit zu tragen?
– Welche möglichen Konsequenzen, für die wir haften, könnten sich während des Transports ergeben?
– Können wir mit diesen möglichen Konsequenzen umgehen?
– Möchten wir die Risiken auf uns nehmen, die sich aus diesen Lieferbedingungen ergeben?
– Welche Lieferbedingungen umfassen die Kosten und Haftung, die wir auf uns nehmen möchten?
– Kann ich (als Verkäufer) an den zwischen den Parteien vereinbarten Bestimmungsort liefern?

KGH hat eine Übersicht über die Lieferbedingungen im Rahmen von Incoterms® 2010 zusammengestellt, die unserer Ansicht nach eine gute Zusammenfassung dieser Bedingungen liefert. Sie veranschaulicht auch auf gut nachvollziehbare Weise die Übertragung der Kosten und Risiken vom Käufer auf den Verkäufer.

Sollten Sie bei der Überlegung, was für Ihr Unternehmen passt, Unterstützung benötigen, können Sie sich gerne unter der folgenden E-Mail-Adresse an KGH wenden: diane.lk.rasch@kghcustoms.com

 

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